Im Jahr 2019 werden pro Kopf in Deutschland laut Statista voraussichtlich 770,10€ für Bekleidung ausgegeben. Das ist Wahnsinn! Viele Aktivisten, Behörden und andere Non-Profit-Organisationen versuchen dem Konsum entgegen zu wirken und das wichtigste Wort in unserer heutigen Zeit heißt:

NACHHALTIGKEIT!

Nach den anerkannten Begriffen Vegetarier & Veganer kommt nun ein neues Wort auf, für Menschen die sich dem Kauf und Konsum von neuen Billigtextilien verweigern, der „Klamottarier“. Mir ist es zuwider, Sachen die ich nicht mehr trage, in die Kleidertonne oder, was noch schlimmer ist, sie einfach in den Müll zu werfen.

Was passiert eigentlich mit den abgelegten Textilien in der Kleidertonne?

In Deutschland werden Textilien, die nicht mehr gebraucht oder gemocht werden, meist in den Altkleidertonnen entsorgt. Selbst der Weg zu einem caritativen Laden ist Vielen schon zu weit – leider. Und dabei haben dann die meisten Menschen die Hoffnung, etwas Gutes zu tun oder rechtfertigen damit die nächste Shopping-Tour. Es ist ja wieder Platz im Schrank. Doch damit sind wir alle auf dem Holzweg. Der Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (BVSE) beziffert die Menge an gesammelten Altkleidern mit über einer Million Tonne pro Jahr. Das ist viel mehr als die gemeinnützigen Einrichtungen in Deutschland benötigen. Das heißt, Altkleider aus der Tonne werden nach Afrika verschifft, zu Putzlappen oder Dämmmaterial verarbeitet.

Quelle: BVSE

Man sollte immer einen genauen Blick darauf werfen, wer die Kleidertonnen betreibt – viele kommerzielle Unternehmen verdienen mit Alttextilien Geld und es fließt nicht in gemeinnützige Zwecke zurück. In einem privaten Blog habe ich etwas über nachhaltige Kleidung gefunden, der all das genau beschreibt und Hintergrundinformationen liefert.

Übrigens – Altkleider in die
„Tonne zu kloppen“
ist keine Rechtfertigung,
noch mehr zu konsumieren.

Was genau geschieht eigentlich mit all den Textilien, die nie verkauft werden?

Ich habe mich schon öfter gefragt, was mit den unverkauften Kleidungsstücken passiert – werden sie billig in andere Länder verscherbelt, eingelagert oder weggeworfen?
230 Millionen Textilien werden im Jahr in Deutschland fabrikneu vernichtet oder verramscht. Der Handel mit Restposten ist sehr diskret. Spätestens dann, wenn die neue Ware nachrückt, muss Platz in den Läden geschaffen werden. Nicht nur jede Saison wiederholt sich das, sondern sogar jede Woche. “Fast Fashion“– Anbieter bringen jede Woche neue Ware ins Geschäft. Fehlt der Platz, muss alte Ware weichen. Nur – wohin damit?

Hier ein paar Beispiele für „Fast Fashion“:


 H&M und die Bestseller Gruppe (Quelle)
 – verbrennen seit Jahren (12-20 Tonnen / Jahr) Restposten
 – es habe sich dabei um verschimmelte Ware / zu hohe Giftstoffbelastung gehandelt, lautete die Erklärung
 – dies wurde in vielen Presseberichten kategorisch bezweifelt
 – richtiger ist wohl, dass die Ware wirklich nirgends zu verkaufen war und es mit den Recyclingambitionen bei
    H&M nicht weit her ist  – eine Mitarbeiterin berichtet: „Zwar haben wir nie ganz neue Ware weggeworfen, aber
    beschädigte Ware landet schon im Mülleimer.“
 – kaputte Stücke (Teile mit ausgerissenen Säumen, abgerissenen Knöpfen, geplatzten Nähten) müssen
    unkenntlich gemacht und dann weggeworfen werden

 Otto Group (Quelle)
 – „Das Ziel unseres Unternehmens ist es, Ware zu verkaufen und nicht zu vernichten. Die oberste Prämisse
     lautet: Wir wollen so viel wie möglich vom eigentlichen Warenwert zurückholen!“, sagt Frank Surholt
    (Otto Group)
 – der Corso Restposten-Großhandel ist eine Marke von Otto, und kümmert sich um die Verwertung der
     Restposten des Otto Konzerns
 – alles ist verkäuflich, es kommt nur auf den Preis an, heißt es bei Corso, und wenn man nicht mehr in
     Stückzahlen verkaufen kann – dann wird in Tonnen gemessen und Preise festgelegt

 Louis Vuitton oder Hermès (Quelle)
 – geben offen zu, dass sie die unverkaufte Ware und Restanten lieber vernichten, sprich zerschreddern oder
     verbrennen, als sie in undurchsichtige Kanäle abzugeben, wo sie weit unter Produktionspreis verkauft werden
 – es ist schon recht blöd, wenn Luxuslabels zugeben müssen, dass ihre Kollektionen eben nicht so heiß begehrt
     sind wie behauptet

 Victoria’s Secret (Quelle)
 – hier werden alle Sachen zerstört, die von Kunden zurückgebracht werden (Make-Up-Flecken / Umtauschware)
 – eine neue Jogginghose wurde vor den Augen einer Kundin mit einer Schere zerstört
 – dies geschieht auf Anweisung des Konzerns – nur nicht vor den Augen der Kunden – bitte!

 Zara (Quelle)
 – größere, unverkaufte Mengen werden an die Konzernzentrale zurückgeschickt
 – werden ins „Reselling“ verkauft, also in Ländern vertrieben, in denen Zara keine Filialen hat – die spanische
   Marke ist in mehr als 72 Ländern vertreten

 Prada (Quelle)
 – kann sich schwer von Altem trennen
 – das Prada-Outlet in Montevarchi, Toskana, gibt dem Besucher / Käufer Rätsel auf – aus welcher Saison / Jahr
   die Teile wohl stammen – hier wird alles verkauft

 Speedo (Quelle)
 – 18.000 High-Tech-Schwimmanzüge wurden für verschiedene Wettbewerbe nicht zugelassen
 – der Konzern entschied sich die ungewollten Stücke einem Designer zu überlassen
 – Orsola de Castro machte daraus schöne Cocktail-Kleider

 Einzelhändler / Modemultis (Quelle)
 – Strategie dieser ist – Preise senken bis es irgendjemand kauft  – nimmt es auch zum Spottpreis niemand mit,
    wird an caritative Organisationen oder Projekte gespendet, zum Beispiel auch in eine Schultombola

 Channel (Quelle)
 – ein hartnäckiges Gerücht hält sich seit vielen Jahren, nicht verkaufte Handtaschen würden nach einem Jahr
    verbrannt – aus Angst vor Plagiaten

Was ist Fast-Fashion?
Bezeichnet ein Geschäftsmodell des Textilhandels, bei dem die Kollektion laufend geändert und die Zeit von den neuesten Designs der Modeschöpfer zur Massenware in den Filialen stark verkürzt wird.

Was ist Slow-Fashion?
Ist die Alternative zu Fast Fashion und Teil der sogenannten „Slow Movement“, setzt sich für Prinzipien ein, die den Prinzipien von Slow Food ähneln, wie gute Qualität, saubere Umwelt und Fairness für Verbraucher und Produzenten.

Es wurde schon oft berichtet, unter welchen Umständen Textilien produziert werden, was das mit unserer Umwelt macht und wie Menschen ausgebeutet werden. Trotz allem findet ein Umdenken in den Köpfen nur langsam oder gar nicht statt.

Ein kleiner Rückblick in meine Vergangenheit wird Euch zeigen – warum ich ganz selbstverständlich so anders denke und handle – das ich gerne “Klamottarier“ bin.
Meine Mutti hat ca. 30 Jahre im Leipziger Bekleidungswerk „VESTIS“ Werk III in Leipzig als Industrieschneiderin gearbeitet. Schon in meiner frühen Kindheit wurde ich von ihr dazu angehalten, bestimmte Stiche beim mit der Hand nähen zu erlernen. An ihre heißgeliebte und wohlgehütete Nähmaschine kam ich natürlich erst sehr viel später ran. Auch stopfen, sticken, stricken musste ich nach und nach erlernen. Ja klar, in der DDR gab‘s nicht so viel und so vielfältig zu kaufen und schon gar nicht, für damalige Verhältnisse, für “kleines Geld“. Wir mussten zu einem darum rennen und anstehen und zum anderen war die Qualität der Textilien auch nicht so gut.


Ging etwas kaputt, zum Beispiel beim Spielen meine Jeans, dann hat meine Mutti darauf immer und immer wieder Flicken in Form von Herzen oder anderem draufgenäht. Unsere alten Jeans wurden also wirklich bis es nicht mehr ging getragen. Wenn wir raus gewachsen waren wurden die Kleidungsstücke an meinen Bruder oder Cousins in der Familie oder an Freunde weitergereicht. Und waren nur noch die unteren Hosenbeine in Ordnung wurden daraus Flicken geschneidert.
Viele ältere Menschen werden sich an diese Zeiten erinnern und sagen: „Bloß gut, dass das vorbei ist. Jetzt können wir alles neu kaufen und müssen uns nicht mehr so quälen.“

Aber ist das denn wirklich so?

Ich selber versuche immer wieder meine Kleidung zu reparieren, mal einen Knopf hier annähen, mal da eine Naht wieder verschließen. Und warum soll ich das nicht machen? Es kostet mich kein Geld und abends vorm TV – auch nicht wirklich Zeit. Was ich tatsächlich davon habe ist, dass ich mein Lieblingsteil noch eine Weile weitertragen kann und nicht los rennen muss zum Shoppen.
In meiner Schulzeit haben wir in Kursen nähen, sticken, stricken u.v.m. erlernt. Es gab Tage, da haben wir es alle gehasst, hätten viel lieber draußen gespielt und Garn Garn sein lassen. Doch heute kann ich sagen, dass ich davon nur profitiere. Und für alle die sich “schwer tun“ gibt es so viele “Näh-Lern-Videos“ – wo mit einfachen Schritten alles genau erklärt wird.
Für mich sind “Ausflüge“ in den CaritasLaden in Grünau zum Beispiel immer wieder sehr “ertragreich“. Natürlich gehe ich da nie hin, um etwas Bestimmtes zu kaufen, denn das geht gar nicht.
Die caritativen Kleiderkammern in Leipzig “leben“ von Spenden aus der Bevölkerung. Das heißt, niemand weiß, was am nächsten Tag im Laden hängen wird. Es ist immer wieder eine Überraschung. Ich kaufe dann das, was mir gefällt – unabhängig von Mode und Style – einfach das, was zu mir und meinem Geldbeutel passt.

Kaufe ich im normalen Laden eine Jeans, sind das mal locker 25,00 – 100,00 €. In den Secondhand-Läden bezahle ich für eine gebrauchte Jeans um die 3,00 – 5,00 €. Und meist geht es dann nach Hause mit meiner “neuen alten“ Jeans und ich nähe sie um. Da der Trend mit den “Schlauchhosen“ so gar nicht meins ist, muss ich sie also weitermachen und habe nach getaner Änderung – ein Unikat. 

Sachsen und Thüringen waren und sind “Hochburgen“ der Textilindustrie. Die folgenden Betriebe waren hier in Leipzig ansässig:

– VEB Baumwollspinnerei Leipzig in Leipzig-Mockau
– Volkseigenen Betrieb Leipziger Wollkämmerei in Leipzig- Mockau
– Großbetrieb Leipziger Buntgarnwerke
– VEB Damenbekleidungswerke „Vestis“ in Wahren und Plagwitz
– VEB Leipziger Rauchwarenindustrie dazu gehörten VEB Stadtpelz, VEB Edelpelz, VEB Sachsenpelz,
   VEB Pelzkonfektion Schkeuditz, und Adolf Arnhold KG Naunhof

All diese Leipziger Betriebe wurden in den 90er Jahren eingestellt und alte Traditionen vernichtet und vergessen.


Doch das muss nicht heißen, dass auch wir alles vergessen!
Wir sollten uns auf alte Werte besinnen und wieder lernen,
was es heißt, etwas wertzuschätzen.

Mir wurde schon in jungen Jahren klar – dass Dinge, die ich selber erschaffen oder verändert hatte – viel mehr Bedeutung für mich haben, als einfach billig Gekauftes. Ein selbst gehäkelter Schal, selbst gestrickte Wollsocken für den Winter, umgeänderte Oberteile oder auch Taschen aus Stoffresten – halten viel länger, weil man mehr darauf achtet und weiß, was es doch für Mühe gemacht hat.

Wenn wir alle mehr Second-Hand kaufen und das Gekaufte zu unserem alleinigen Teil machen, haben wir eine Chance, die Wirtschaft zu zwingen weniger und anders zu produzieren. Wir “müllen“ unsere Kleiderschränke zu! Wenn jeder Einzelne von uns nur die Hälfte von dem neu kauft, was er wirklich braucht – hat die Wirtschaft ein großes Problem!


 Ein paar Tipps für den Secondhand-Kauf
 – beim Secondhand-Kauf solltest Du etwas mehr Zeit einplanen, als für einen gewöhnlichen Einkauf
 – Secondhand-Läden sind meist nicht so sortiert wie Du es normalerweise kennst
 – kontrolliere die Sachen die Dir gefallen auf mögliche Löcher oder Risse und überlege Dir, ob diese
    reparierbar sind
 – kaufe Kleidungsstücke in guter Qualität, damit sie möglichst lange halten
 – kaufe nicht wahllos, nur weil es billig ist, sondern achte auf Deinen eigenen Stil
 – es lohnt sich oft auch als Frau in der Männerabteilung zu suchen – und umgekehrt

>>> Hier findet Ihr auch noch ein Interview zum Tauschladen in Plagwitz
aus dem Jahr 2015 von Volly Tanner<<<

  Secondhand-Shops (für jedermann)
  Der Kazimir Merseburger Straße 33, 04177, Leipzig (Leutzsch)
  Gutes tun bei Oxfam Hainstraße 11, 04109 Leipzig (Stadtmitte)
  Garderobe Second-Hand Merseburger Straße 31, 04177 Leipzig (Leutzsch)
  Vintage Traum bei Hilde tanzt Georg-Schwarz-Straße 20, 04177 Leipzig (Leutzsch)
  Humana Second Hand Karl-Liebknecht-Straße 21-23 – 04107 Leipzig (Zentrum-Süd)
 Connys Zwergenland   Connys Zwergenland – Stötteritzer Straße 85 – 04317 Leipzig (Reudnitz-Thonberg)
  Frechdachs Kinderladen Querstraße 1-11 – 04103 Leipzig (Zentrum-Ost)
  KlimBim Second Hand & Outlet Könneritzstraße 60 – 04229 Leipzig (Schleußig)
  Humana Second Hand Zschochersche Straße 44 – 04229 Leipzig (Plagwitz)
  Siebensachen Bernhard-Göring-Straße 161 – 04277 Leipzig (Connewitz)
  Mrs. Hippie Karl-Liebknecht-Straße 36 – 04107 Leipzig (Zentrum-Süd)
  Gänseblümchen Dieskaustraße 44 – 04229 Leipzig (Kleinzschocher)
  Kids2Wear Prellerstraße 32 – 04155 Leipzig (Gohlis-Süd)

  Kleiderkammern (mit Nachweis Geringverdiener)
  Kleiderkammer – Nürnberger Straße Nürnberger Straße 31 – 04103 Leipzig (Zentrum-Südost)
  Kleiderkammer – Karl-Heine-Straße Karl-Heine-Straße 41 – 04229 Leipzig (Plagwitz)
  Kleiderkammer Passgenau Georg-Schumann-Straße 172 – 04159 Leipzig (Möckern)
  Zweite Chance Holzhäuser Straße 110 – 04299 Leipzig (Stötteritz)
  DRK Kleiderkammer und Gebrauchtmöbelvermittlung Birkenstraße 26 – 04177 Leipzig (Lindenau)
  Help 2007 e.V. Sozialkaufhaus Dieskaustraße 204 – 04249 Leipzig (Großzschocher)
  AWW-Kleiderkammer Karl-Heine-Straße 8 – 04229 Leipzig (Lindenau)
  Schönefelder Kleiderkammer Clara-Wieck-Straße 8 – 04347 Leipzig (Schönefeld-Abtnaundorf)
  CaritasLaden Alte Salzstraße 54-58 – 04209 Leipzig (Grünau-Ost)

  Tausch-/Umsonstladen (mit Nachweis Geringverdiener)
  Tauschladen der inab – Ausbildungs- und Beschäftigungsgesellschaft des bfw mbH, Berufsbildungsstätte Leipzig, Engertstraße 31,
   04229 Leipzig (Plagwitz)
  Umsonstladen Gießer Straße 16 – 04229 Leipzig (Plagwitz)

Um zu verstehen was bei uns schief läuft – habe ich einige interessante Informationen im Netz gefunden. Hier ein kleiner Exkurs warum die “Kreislaufwirtschaftso wichtig & richtig und
dieLinearwirtschaftso fatal ist.

Vergleich Linear – und Kreislaufwirtschaft (Wikimedia commons)

In der “Kreislaufwirtschaft“ ist es das Ziel, die eingesetzten Rohstoffe wieder vollständig in den Produktionsprozess zur Ressourcen- und Umweltschonung zurück zu führen. Das Recycling von Gütern und Waren beziehungsweise Baustoffen und Abfällen ist ein großer Bestandteil des Kreislaufs, um aus diesen Sekundärrohstoffe zu gewinnen oder -waren herzustellen.

Im Gegensatz zur “Linearwirtschaft“, welche auch als “Wegwerfwirtschaft“ bezeichnet wird, soll so die Lebensdauer von Rohstoffen verlängert und nicht einfach alles deponiert oder verbrannt werden.
Die Ressourcen auf der Welt sind endlich und in einigen Jahrzehnten oder Jahrhunderten werden sie aufgebraucht sein. Der zur Verfügung stehende Raum zur Deponierung nicht wiederverwertbarer Rohstoffe und Güter wird immer knapper. Auf nationaler und europäischer bzw. internationaler Ebene wird die “Kreislaufwirtschaft“ stark gefördert und ist im deutschen Abfallgesetz definiert als Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG).

Die 2010 gegründete Ellen-MacArthur-Stiftung zeigt ganz deutlich, dass die Linearwirtschaft “take-make-waste“ abgeschafft werden muss. Die Stiftung arbeitet mit Unternehmen, Regierungen und akademischen Institutionen an einem Rahmenwerk für eine regenerative Art der Wirtschaft. Sie fordern ganzheitliche Ansätze, die den kompletten Lebenszyklus von Textilien betrachten.

In einer Studie der Stiftung werden vier wichtige Phasen benannt:


 1. das Ursprungsmaterial muss von guter Qualität sein. Bedeutet: lange Haltbarkeit und
     Verringerung der oben genannten Umweltbelastungen
 2. die Art, wie Kleidung entworfen und verwendet wird, muss so verändert werden, dass sie nicht
     ganz so schnell auf dem Müll landet
 3. an das Recycling muss von Anfang an mitgedacht werden – Recyclingtechnologien müssen
     verbessert werden
 4. der Einsatz von Rohstoffen muss reduziert werden und sie sollten erneuerbar sein


5 Tipps, was ich als Verbraucher / Konsument selbst tun kann

Weniger Textilien kaufen statt häufig neue Kleidungsstücke zu kaufen, erst einmal ein bis zwei Tage darüber nachdenken, ob die schon vorhandenen nicht ausreichen. Oder vielleicht einfach mal mit einer Freundin tauschen.
Secondhand bevorzugen – auf Internetplattformen genauso wie in Secondhand-Läden oder Kleiderkammern finden sich manchmal echte Schätze. Ein Zusatzpunkt – Textilien, die ich selbst nicht mehr brauche, kann ich dort abgeben und anderen Menschen vielleicht helfen.
Nachhaltige Mode – viele Siegel und Label versprechen schadstofffreie Produktion, faire Arbeitsbedingungen und nachhaltige Rohstoffe. Für uns als Käufer ist aber oft nicht klar, was genau dahintersteckt. Eine Hilfestellung, wie etwa Greenpeace mit dem „Einkaufsratgeber Textil-Siegel“ kann man auf dieser Seite finden.
Alternative Rohstoffe – Pflanzliche Alternativen wie Hanf und Leinen sind nachhaltiger in der Produktion. Mittlerweile werden auch ökologisch nachhaltige Kunstfasern hergestellt – wie etwa Lyocell aus Eukalyptusholz, eine Zellulosefaser auf Basis von Algen oder sogar eine Biopolymer-Faser, die aus Milch gewonnen wird. Selbst aus PET – Flaschen werden jetzt schon Polyesterfasern gewonnen – zwar wieder ein Plastikprodukt, aber mit weit weniger Umweltbelastung. 
Rücksicht beim Waschen – man kann einen speziellen Waschbeutel verwenden, der die Kunststoff-Fasern auffängt, denn Wissenschaftler schätzen, dass 100.000 Kleidungsstücke aus synthetischen Fasern 0,65 bis 3,9 Kilogramm Mikrofasern beim Waschen abgeben.


Wer insgesamt weniger einkauft und sich in Secondhand Läden umschaut,
kann mögliche Mehrausgaben, durch Kauf von nachhaltigen Labels, ausgleichen.
Denn ökologisch und fair produzierte Textilien
sind in der Regel teurer als billige Massenware.

Wenn ich so darüber nachdenke, gibt es heute noch in meinem Haushalt, Geschirrtücher und Handservietten von vor über 40 Jahren. Das war noch Qualität! Natürlich wurden in den 70er & 80er Jahren sehr viele Textilien aus Plastik produziert, was nicht wirklich gut für unsere Umwelt war und ist. Doch sie wurden hier produziert und nicht in Billiglohnländern!

Großkonzerne und Modemacher diktieren uns die Mode auf.
Sagt NEIN dazu und lasst uns selbst bestimmen – was Mode ist!
Mode ist individuell und hat für jeden Einzelnen von uns
eine andere Bedeutung und Wohlfühlmomente.

Und nun zum Schluß …
meine ganz persönliche Bitte an alle,
werft Eure Sachen nicht in die Tonne
bringt sie zu den
Kleiderkammern und Tauschläden!

Bildquellen: wikimedia commons und H. Michalowicz

“Aus Zweiter Hand – gut angezogen!“
4.0Gesamtwertung
Leserwertung: (14 Votes)

6 Responses

  1. Mirko

    Sehr guter, informativer und zum Nachdenken anregender Artikel. Aus eigener Erfahrung kann ich die Tatsache, dass wir alle viel zu viel Kleidung in den Schränken haben, nur bestätigen. Trotz mehrfachen „Ausmistens“ in den letzten Jahren habe ich, nüchtern betrachtet, immer noch zu viele Kleidungsstücke.
    Das Thema „Mehrfachverwendung“ wird hier nicht nur angesprochen, sondern auch ausführlich behandelt, indem auf mittlerweile etliche Läden hingewiesen wird, die sich mit dem Tausch-oder dem Second Hand- Prinzip beschäftigen.
    Fazit : Viele interessante, brauchbare Infos, wichtig Themen und Bereiche werden, wie erwähnt nicht nur angesprochen, sondern es wird intensiv darauf eigegangen.
    Der enorme Arbeitsaufwand hat sich in jedem Fall gelohnt. Chapeau 🙂

    Antworten
    • Heike Michalowicz

      Hallo Mirko, hab vielen lieben Dank für Deinen Kommentar. Ich find es supi 🙂 das Du selber schon öfters mal ausgemistet hast. LG H. Michalowicz

      Antworten

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