Weihnachten ist vorbei – doch der Winter und die trüben Tage noch lange nicht. Viele Menschen kommen abends heim und freuen sich auf eine gemütliche „heimelige“ Zeit auf der Couch bei einem guten Buch oder einem Glas Wein. Für mich selber sind eine Tasse heißer Kakao, gute Musik und meine „Speiseöl-Feuerblumen“ ein Ausdruck höchster Behaglichkeit.


Durchschnittlich 1,44 Kilo Kerzen pro Jahr verbraucht laut europäischem Kerzenverband ECA jeder von uns. Etwa die Hälfte der Kerzen werden in Deutschland hergestellt und der Rest wird importiert. Es gibt das ganze Jahr über eine große Auswahl an Kerzen, Teelichtern, Duftlampen in den Geschäften zu kaufen. Aus verschiedenen Formen, Farben, Düften und Arten der Herstellung kann man auswählen und es sich zu Hause gemütlich machen. Ich selber habe in den letzten Jahren hunderte von Teelichtern abgebrannt und immer wieder festgestellt, dass die kleinen nicht mehr benutzbaren Alunäpfchen doch recht nervig sind und auch auf keinem Fall gut für die Umwelt. Was das Ganze aber am Schlimmsten für mich macht, war die Tatsache, dass es ganz schön ins Geld geht und die Zimmerecken verrußen und dunkel werden.

Handelsübliche Teelichter und Kerzen bestehen aus Paraffin, Stearin oder Bienenwachs.


   Paraffin ist ein Abfallprodukt der Erdölindustrie und hat eine schlechte Ökobilanz, denn es ist kein
   nachhaltiger Rohstoff und die Gewinnung oft problematisch für die Umwelt.
   Als Stearin wird ein Wachs aus pflanzlichen oder tierischen Ölen bezeichnet. Das pflanzliche Öl ist
   meist Palmöl. Dieses wird aus dem Fruchtfleisch der Ölpalme gewonnen und dabei liegt das große    Problem, dass die Regenwälder dafür abgeholzt werden müssen.
   Bienenwachs ist ein Stoffwechselendprodukt der Honigbiene. Diese Wachsart ist die umwelt-
   freundlichste – doch es bedarf vieler kleiner Bienen und viel Zeit dieses zu produzieren. Das ist    auch der Grund warum es auf dem Markt am teuersten ist.

Diese drei Varianten waren irgendwann keine Alternativen mehr für mich. Zum einen ist die Brenndauer von Teelichtern auf maximal vier Stunden begrenzt und zum anderen hatte ich immer bei Stumpen oder Tafelkerzen Probleme mit dem tropfenden Wachs.
Am Beispiel der Kerzenherstellung von IKEA zeigt sich, dass diese kleinen unscheinbaren Lichter gar nicht so umweltfreundlich sind. Dieses Unternehmen verbraucht pro Jahr 32 000 Tonnen Palmöl in seiner Kerzenproduktion, für weitere Produkte kommen noch einmal 8 000 Tonnen hinzu. Der Großteil des Palmöls stammt aus Malaysia und Indonesien. Überraschend offen reagierten sie auf eine Anfrage von Rettet den Regenwald und gaben zu, dass man beim Palmöl keine Nachhaltigkeit garantieren könne. Es werden riesige Urwaldflächen gerodet, damit es in unseren Wohnzimmern „funkelt“.
Deshalb sollten im schwedischen Möbelhaus wie auch in Drogerien und Supermärkten angebotene umweltfreundliche oder rein pflanzliche Teelichter sowie andere Kerzen wenigstens mit dem RAL Gütesiegel ausgezeichnet sein.

In der kalten Jahreszeit wird es schon sehr früh dunkel und somit musste ich Abends die Teelichter nochmal auswechseln, damit es bis zum Schlafen gehen weiter behaglich blieb in meinen vier Wänden. Wenn man sich dabei den Kostenfaktor ansieht, ist das eine Menge Geld, dass man da „verbrennt“.

Durch Zufall erfuhr ich von den „Erfurter Feuerblumen“ im Internet. Nach einigen Nachforschungen auf verschiedenen Webseiten fand ich dann eine wirkliche Alternative. Diese kann jeder selbst herstellen, kostet nur ein paar Cent, rußt bei Weitem weniger und ist sehr umweltfreundlich. Um diese umweltschonenden, lang brennenden Kerzen herzustellen, bedarf es nur einiger weniger Bastelmaterialien, welche die meisten Menschen im Haushalt haben.


     Benötigt werden:
  1 Konservendosen-Deckel
  1 kleines Wasser- oder Whiskey Glas (sollte sich oben nicht verjüngen) oder eine Schüssel
  1 Wein-Korken
  1 selbst gedrehter Kerzendocht aus Küchenkrepp
  1 Nagel oder Schraube
  1 Schere / 1 scharfes Messer
    etwas Wasser
    etwas Speiseöl (Rapsöl)
    diverse Deko-Materialien

    Anhand der nachfolgenden Bilder könnt ihr binnen kurzer Zeit eure „Feuerblumen“
    selber anfertigen.


Ein "heimeliges" Gefühl mit Speiseöl
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6 Responses

  1. mirko

    Interessanter Artikel, besonders die Infos über den Raubbau in Asien. Das Selbstbasteln wird wohl an meiner Beqemlichkeit scheitern, aber wenigstens werde ich mir in Zukunft keine herkömmlichen Kerzen oder Teelichter mehr kaufen 😉
    Danke für den Beitrag 🙂

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    • Chania

      Dankeschön für die nette Rückmeldung. Vielleicht findet sich ja jemand der für Dich bastelt. Liebe Grüße.

      Antworten

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